Die Vorkommnisse im Zuge der Situation in Gaza an Berliner Hochschulen haben deutlich gemacht, wie fragil die Balance zwischen Meinungsfreiheit, Protestrecht und staatlichem Eingreifen derzeit ist. Anstatt diese Auseinandersetzungen als Ausdruck demokratischer Teilhabe ernst zu nehmen und durch Dialogformate zu begleiten oder eskalierende Proteste konstruktiv zu deeskalieren, kam es wiederholt zu pauschalen Einschränkungen von Versammlungen, zu polizeilichen Interventionen auf dem Campus und zu politischen Vorgaben von außen, die tief in hochschulinterne Entscheidungsprozesse eingegriffen haben.
Insbesondere die Eingriffe des Berliner Senats unter Kai Wegner in institutionelle Befugnisse der Hochschulen haben gezeigt, dass die Autonomie der Wissenschaft und der Selbstverwaltung nicht ausreichend geschützt ist, wenn politische Konflikte eskalieren. Die Grünen setzen sich daher ausdrücklich für den Schutz studentischen Engagements, für institutionelle Autonomie und gegen politische Eingriffe in hochschulinterne Angelegenheiten als Voraussetzung für eine lebendige, demokratische und pluralistische Hochschullandschaft in Berlin ein.