Begündung:
Die im Entwurfstext genannten Lärmobergrenzen gibt es derzeit nur am Frankfurter Flughafen und basieren letzlich auf freiwilligen Vereinbarungen, deren Basis die im Planfeststellungsbeschluss ermöglichten Kapazitäten sind. Würden Lärmobergrenzen am BER in ähnlicher Weise vereinbart, würden sie keine praktischen Auswirkungen auf den am BER verursachten Fluglärm haben, weil die Kapazitäten am BER nicht ausgenutzt werden. Weiterhin wird von Lärmsanierung gesprochen, wenn dies wie bei Straßen oder Bahnstrecken gemeint sein sollte, wie sollte dies praktisch umgesetzt werden.
Zumal die FBB das planfestgestellte Schallschutzprogramm zur Zeit abwickelt, obwohl nur ca. 7 % der betroffenen Haushalte, im am stärksten betroffenen Tagschutzgebiet, tatsächlich über den notwendigen baulichen Schallschutz verfügt, knapp 60 % nur eine Entschädigung bekommen haben, weil die Schallschutzkosten die Kappungsgrenze überschreiten ohne den notwendigen Schutz zu gewähren. Die restlichen gut 30 % Haushalte werden vollkommen ohne Schutz oder Entschädigung bleiben. Weder die zuständige Behörde (LuBB) noch die drei öffentlichen Eigentümer der FBB gehen gegen dieses unrühmliche Vorgehen der FBB vor, daher erscheinen freiwillige "Lärmsanierungen" vollkommen unrealistisch.
Die FBB schließt ihre Geschäftsjahre seit gut 20 Jahren mit deutlichen negativen Ergebnissen ab. Auch im Jahr 2026 soll die FBB wieder hohe dreistellige Millionenbeträge von ihren öffentlichen Eigentümern bekommen, um ihre Kredite und sonstigen Defizite ausgleichen zu können. Nach Angaben der FBB soll dies das letzte mal sein, was zu bezweifeln ist, da die Prognosen der FBB nie eingetroffen sind. Die FBB muss endlich ihre Geschäftstätigkeit so ausrichten, dass sie auf eigenen Füßen stehen kann.
Obwohl der BER im Land Brandenburg liegt und nur ein Teil der vom Fluglärmbetroffenen im Land Berlin wohnen, wird doch das wesentliche Passagieraufkommen aus Berlin generiert bzw. steht es im Zusammenhang mit Berlin, außerdem besitzt das Land Berlin 37 % der FBB/BER , deshalb sind eindeutige Aussagen zum Zustand und der Zukunft des BER bzw. der FBB in unserem Wahlprogramm wichtig.