Kopfsteinpflaster hat gegenüber Asphalt zahlreiche Vorteile: es ist nachhaltig, langlebig und wiederverwendbar, lässt sich schadstofffrei herstellen und einbauen. Es wirkt stadtbildprägend und identitätsstiftend in den Gründerzeitkiezen der Innenstadt, aber auch den vorstädtisch geprägten Straßen der alten Ortskerne außerhalb des S-Bahn-Rings. Kopfsteinpflaster entschleunigt den Verkehr und fördert die Regenwasserversickerung. Es ist damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Verkehrsberuhigung und Schwammstadt.
Deshalb greift es zu kurz, das in den letzten Jahren stetig fortentwickelte und inzwischen bewährte Verfahren des Abfräsens nur in denkmalgeschützten Straßenabschnitten einsetzen zu wollen. Gerade im Nebenstraßennetz bieten abgefräste Kopfsteinpflasterstraßen inzwischen eine hohe Oberflächenqualität, die den Anforderungen an das Radverkehrsnetz gerecht wird, sie senken das Konfliktpotential auf Gehwegen durch regelwidriges Radfahren und die Lärmbelastung der Anwohnenden durch Kfz und stehen darin Asphaltstraßen nicht nach. Die Pilotflächen in der Lynarstraße und der Hufelandstraße belegen das eindrucksvoll. So lässt sich das Radverkehrsnetz in Nebenstraßen erheblich schneller, kostengünstiger und nachhaltiger umsetzen, als es mit einem flächenhaften Austausch gegen Asphalt möglich wäre.