Die Klimakrise ist eine Gerechtigkeitskrise:
Mit Privatjets schädigen Superreiche das Klima und verantworten mit ihrem Luxus in besonderem Maße die Zerstörung unserer Erde. Die 50 reichsten Milliardäre emittieren im Schnitt in nur 90 Minuten – über Privatjets und Yachten – mehr CO₂ als ein durchschnittlicher Mensch im ganzen Leben.
Wir können und die Reichen nicht mehr leisten.
Am Amsterdamer Flughafen Schiphol sind aus Umwelt- und Lärmschutzgründen Privatjets und Nachtflügen seit Ende 2025 verboten.
Klimaaktivistin Luisa Neubauer fordert, das Amsterdamer Verbot von Privatjets in Deutschland nachzuahmen: "In der heutigen Zeit sind Privatjets nicht länger ein schlichtes Privileg, das sich wenige leisten können und die meisten nicht. In der Klimakrise sind Privatjets eine ökologische Rücksichtslosigkeit", sagt die Sprecherin von Fridays for Future. 2022 seien in Deutschland so viele Privatjets gestartet wie nie zuvor. "Da die Zeit drängt, reicht es nicht, auf das ökologische Gewissen der Superreichen zu setzen. Es braucht Maßnahmen. Jetzt gucken wir auf Deutschland und fragen: 'Welcher Flugplatz zieht nach?'" (1)
Privatjets verbrauchten zehn mal mehr CO2 als Linienflüge. Ein allgemeines Verbot von Privat-Jets in der EU würde 1,8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Allein am BER ssind täglich 50-70 Flüge am Privatjet-Terminal. (2)
Im vergangenen Jahr starteten und landeten 8.443 Privatjets und Geschäftsreiseflugzeuge am BER. Im Jahr 2023 lag die Zahl bei 8.626 - seit 2022 ist somit der Flugverkehr im Bereich der sogenannten Business Aviation rückläufig. In diesen Zahlen sind Regierungsflüge nicht inbegriffen. Auch medizinische Flüge wie Krankentransporte und Organtransporte, militärische Flüge sowie Ausbildungs- und Schulungsflüge sind nicht enthalten. Im Jahr 2022 haben im Schnitt nur drei Personen in den Maschinen gesessen. (3)
Deutschland ist nach Großbritannien und Frankreich das Land mit den drittmeisten Privatflügen. Dabei geht es meist um sehr kurze Strecken. (4) Fast drei Viertel der Privatjet-Flüge von deutschen Flughäfen gehen zu Zielen, die weniger als 500 Kilometer entfernt sind. Etwa 60 Prozent der Strecken sind sogar kürzer als 300 Kilometer. Hunderte Jets pro Jahr fliegen etwa die Strecke zwischen Hamburg und Sylt. (5)
Verbieten kann Berlin die Privatjetflüge am BER leider nicht, aber wir könnten versuchen die Betriebsgenehmigung zu ändern, die Entgelte erhöhen, eine restriktive Slot-Vergabe fordern, die Starts- und Landungen zeitlich einschränken, die Infrastruktur des privaten Terminals nicht weiter ausbauen und so Privatjetflüge unmöglich machen.
Quellen:
(2) https://taz.de/Blockade-am-Flughafen-BER/!5889329/
(4) https://taz.de/Privatjets-am-BER/!5934780/
(5) https://weact.campact.de/petitions/keine-privatjets-mehr-aus-berlin-und-jeder-anderen-stadt