Die IHK Berlin plant ein eigenes Ausbilungszentrum in Windhuk, Namibia, welches bereits im September 2026 mit einer ersten Ausbildungskohorte starten soll:
Dort sollen junge Menschen eine Ausbildung nach deutschen Standards erhalten, die sowohl hier als auch in Namibia anerkannt sein soll, explizit mit dem Ziel, Gesellen nach ihrem Abschluss eine Stelle in einem Berliner Betrieb anzubieten:
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2024/10/berlin-fachkraefte-ausbildung-namibia.html
Wie aus der Antwort des Schwarz-Roten Senats auf eine Schriftliche Anfrage hervorgeht, ist für die Auszubildenden in Namibia anscheinend allerdings keine reguläre Ausbildungsvergütung geplant, sondern diese sollen die Kosten selbst tragen und allenfalls durch Stipendien unterstützt werden: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1187695.internationale-beziehungen-mit-arbeitern-aus-namibia-gegen-den-fachkraeftemangel-in-berlin.html
Dies stellt eine inakzeptable Ungleichbehandlung dar. Es birgt die Gefahr eines sog. "brain drain", bei dem nur die ohnehin schon gut qualifizierten und finanziell besser Gestellten an dem Ausbildungsprogramm teilnehmen und anschließend das Land verlassen. Außerdem könnte das vorhaben, im Ausland deutlich "günstiger" auszubilden Ausbildungsplätze in Berlin gefährden.
Wir wollen eine Strategie der Fachkräfteanwerbung, die auf Fairness und Sicherheit setzt und Azubis in Berlin und in Drittstaaten nicht gegeneinander ausspielt. Deshalb fordern wir, Azubis in solchen Ausbildungszentren in Drittstaaten gleichwertig mit Azubis in Berlin zu vergüten und verbindliche Standards für Projekte wie dieses in einer Berliner Fachkräftestrategie zu verankern.