Der ÄA übernimmt die bisher enthaltenen Vorschläge unverändert, legt aber einen größeren Schwerpunkt auf die kritische Medienbildung und schlägt ein Verbot privater Endgeräte an Schulen vor. Das lässt sich wie folgt begründen:
Die Bildschirmzeit von Judendlichen in Deutschland ist im internationalen Vergleich hoch. Medien- und insbesondere Social-Media-Sucht macht Eltern und WIssenschaftler*innen Sorgen und wird auch von Jugendlichen zunehmend als Problem wahrgenommen.
Die überhöhte Nutzung digitaler Medien ist kein Zufall. Vielmehr nutzen Tech-Giganten wie Meta das Suchtpotential insbesondere von Social Media bewusst aus, um über Werbeeinnahmen mehr Geld zu generieren. Und weil diese Unternehmen wachstumsbasierte Geschäftsmodelle verfolgen, müssen sie den Konsum von Social Media stetig steigern.
Unsere Antwort hierauf kann sich nicht darin erschöpfen, die Medien-Angebote auszubauen und "Online-Streetworker*innen für den Einsatz auf Social-Media" auszubilden. Denn damit werden allenfalls die schlimmsten Exzesse (z.B. Cybermobbing) adressiert. Das eigentliche Problem aber – die immer weiter wachsende Inanspruchnahme unserer Zeit durch digitale Endgeräte und Social Media – bleibt unadressiert.
Gerade wir Grüne sollten der Expansionswut der Tech-Unternehmen etwas entgegensetzen, indem wir wenigstens die wenigen Stunden, die Schüler*innen täglich in der Schule verbringen, zu "handyfreien (Zeit-)Zonen" erklären. Dadurch werden Kinder und Jugendliche zumindest für eine gewisse Zeit von Phänomenen wie FOMO (fear of missing out) oder ständiger Verfügbarkeit befreit. So entsteht der Freiraum, den sie brauchen, um sich sozial und kognitiv entfalten zu können. Der Einsatz von anderen, also schulisch gestellten und nicht-privaten, Endgeräten sollte dagegen möglich bleiben, da er tatsächlich einen Beitrag zur Medienbildung leisten kann und im Übrigen auch nicht von den finanziellen Ressourcen der Eltern abhängig ist.
Dieser restriktive Ansatz in Bezug auf private Endgeräte – kombiniert mit dem Aufbau von Kompetenzen und Infrastruktur – schützt Kinder und Jugendliche vor Sucht und wird dem Ziel, kritische Medienbildung zu ermöglichen, gerecht.