Gegenwärtig werden Schulen vom Senat gezwungen, Lehrkräftestellen in multiprofessionelles Personal umzuwandeln (Vorschrift in den Zumessungsrichtlinien für Lehrkräfte: 3 Prozent der gesamten Zumessung müssen umgewandelt werden). Die Lehrkräftestellen gehen dabei verloren. Es fällt auf, dass bisher vor allem Schulen in schwieriger Lage viele Stellen umwandeln müssen. Das ist doppelt ungerecht. Gerade diese Schulen benötigen mehr Lehrkräfte UND multiprofessionelles Personal zur Unterstützung. Auch für alle anderen Schulen gilt: Multiprofessionelles Personal ersetzt keine Lehrkräfte. Sie müssen ZUSÄTZLICH an die Schulen kommen.
Ebenso sehen die aktuellen Zumessungsrichtlinien vor, dass Stunden für sonderpädagogische Förderung, die über die sogenannte Verlässliche Grundausstattung (VGA) für die Förderschwerpunkte Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache vergeben werden, nicht mehr bedarfsgerecht an die Schulen verteilt werden. Vielmehr bekommen alle Schulen in der Primarstufe die gleiche Ressource pro Schüler:in (0,16 Lehrkräftestunden pro Kind). Ein grundständiges Gymnasium im Grunewald bekommt genauso viele Stunden, wie eine Grundschule im Wedding. Das bedeutet eine Umverteilung von Ressourcen auf Kosten inklusiver Schulen und muss dringend korrigiert werden. Alternativ zur alten, recht komplizierten Berechnung der VGA könnte die Ressource künftig an die Berliner Schultypisierung geknüpft werden, die bereits für die Verteilung der Sprachfördermittel zu Grunde gelegt wird.