Befragungen unter Schwarzen Menschen und People of Color zeigen, dass sie im Gesundheitssystem von Diskriminierung betroffen sind. Die Diskriminierung zeigt sich bereits in der Forschung und Aus-und Weiterbildung von Gesundheitspersonal. So werden angehende Hautärzt*innen z.B. meist nur dazu ausgebildet Erkrankungen auf weißer Haut zu erkennen. Befragungen zeigen außerdem, dass Menschen, die von rassistischer Diskriminierung betroffen sind, häufig weniger ernst genommen werden, so dass Krankheiten weniger erkannt werden. Dies zeigt sich zum Beispiel in dem nach wie vor weitverbreiteten (und widerlegten) Stereotyp, dass rassifizierte Personen weniger Schmerzen erleiden würden. Nicht oder zu spät erkannte Krankheiten, können so lebensgefährlich werden. Auch für den Bereich der Psychotherapie hat die Forschung zu den Folgen und das Wissen zu den Auswirkungen noch unzureichend Einfluss gewonnen, so dass es ein Randthema bleibt. Dies hat zur Folge, dass Schwarzen Menschen und People of Color in den Therapien häufig Rassismuserfahrungen abgesprochen werden und sie in dieser Hinsicht nur unzureichende Unterstützung erhalten. Aktuelle Studien zeigen allerdings, dass wiederholte rassistische Erfahrungen verheerende Konsequenzen für Betroffene haben können. Unter anderem sind sie häufiger von Depressionen und Burnout betroffen, welches sich auf alle weiteren Lebensbereiche auswirkt. Weiterhin gibt es z.B. Studien dazu, dass migrantisierte Menschen aufgrund ihrer Nachnamen länger auf Arzttermine warten müssen. Um all diese Phänomene flächdeckend weiterhin zu erfassen, benötigt es einen Ausbau der Community-Angebote, die sich an diese Zielgruppen wenden. So z.B. erste psychologische Beratungsangebote für von Rassismus betroffene Menschen.
| Antrag zum Wahlprogramm: | Kapitel 5: Berlin begleitet ein Leben lang |
|---|---|
| Antragsteller*in: | LAG Feminismus (dort beschlossen am: 08.01.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 08.01.2026, 22:36 |