Ergänzung einer Forderung aus dem Wahlprogramm 2023!
Sechs Jahre gemeinsame Grundschulzeit für alle Kinder sind ein zentraler Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit im Berliner Bildungssystem. Der frühe Übergang auf unterschiedliche Schulformen ab der 5. Klasse führt zu einer sozialen Vorselektion, die sich stark am Elternhaus orientiert und Bildungswege früh festschreibt, statt individuelle Entwicklungen zu fördern. Die Wissenschaft hat bereits 2009 gezeigt, dass die fünften und sechsten Klassen an Gymnasien ihre ausgewählte Klientel nicht besser fördern als Grundschulen. (https://taz.de/Mythos-Gymnasium/!5163620/)
Gleichzeitig entziehen grundständige Gymnasien dem gemeinsamen Lernen an Grundschulen bereits nach vier Schuljahren einen Teil der Kinder und verschärfen damit Ungleichheiten zwischen Schulen und Stadtteilen. Sie erhöhen den Leistungs- und Entscheidungsdruck auf Kinder und Familien zu einem Zeitpunkt, an dem Lern- und Persönlichkeitsentwicklung noch sehr unterschiedlich verlaufen. Zu Recht hat sich Berlin nach 1949 im Gegensatz zu anderen Bundesländern für eine sechsjährige Grundschule entschieden.
Die verbindliche sechsjährige Grundschule gibt allen Kindern mehr Zeit, ihre Stärken zu entfalten, schafft stabile Lern- und Sozialräume und ermöglicht Übergangsentscheidungen auf einer breiteren und gerechteren Grundlage. Die Ergänzung macht deutlich, dass wir das Prinzip des gemeinsamen Lernens ernst nehmen und Bildung in Berlin nicht weiter durch frühe Auslese spalten wollen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/gegen-schlechtes-gewissen-bei-der-schulwahl-schafft-das-berliner-gymnasium-ab-15052286.html