| Veranstaltung: | LA am 28. Januar 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4. Verschiedenes |
| Antragsteller*in: | Bahar Haghanipour (KV Berlin-Kreisfrei) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 14.01.2026, 17:57 |
V-3: Wechseljahre enttabuisieren – Arbeitsbedingungen verbessern
Titel
Antragstext
Wir Bündnis 90/Die Grünen Berlin setzen uns für eine bessere Vereinbarkeit von
Wechseljahren und Arbeitsleben ein. FLINTA*, die sich in den Wechseljahren
befinden, haben ein Recht auf gesundheitliche Unterstützung und faire
Arbeitsbedingungen. Wechseljahre sind keine Krankheit – aber sie haben häufig
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, die gesellschaftlich bislang tabuisiert,
individuell aber stark belastend sind. Wir wollen diesen Missstand beenden. Es
braucht endlich Aufklärung, Forschung und konkrete Maßnahmen, damit FLINTA* in
dieser Lebensphase selbstbestimmt, fair und gesund weiterarbeiten können.
Die Fortführung oder Förderung einer wissenschaftlichen Studie (z. B.
IFAF-Studie „MenoSupport“), um Daten zur Verbreitung von
Wechseljahresbeschwerden, ihren Auswirkungen auf Erwerbstätigkeit und zu
den spezifischen Bedürfnissen von Arbeitnehmer*innen zu erheben – mit
besonderem Fokus auf mehrfach diskriminierte Frauen.
Begründung
In Berlin befinden sich schätzungsweise bis zu eine halbe Million FLINTA* in den Wechseljahren. Der Prozess der Wechseljahre beginnt mit der Prä- und Perimenopause, einer Übergangsphase mit hormonellen Veränderungen und unregelmäßigen Menstruationszyklen. Diese Phasen der physischen und psychischen Veränderungen werden als Wechseljahre bezeichnet.
Viele FLINTA* leiden während der Wechseljahre unter einer Vielzahl an Beschwerden wie körperlicher und geistiger Erschöpfung, Schlafstörungen, Reizbarkeit, depressiven Verstimmungen, Hitzewallungen und Problemen mit der Sexualität, die oft über Jahre hinweg anhalten und den Alltag sowie den Beruf stark beeinträchtigen. Unbehandelte Wechseljahresstörungen führen zu Konzentrationsproblemen. Neben den persönlichen Belastungen entstehen den Betroffenen erhebliche wirtschaftliche Schäden, etwa durch Arbeitsausfälle. Auch die Rentenlücke von FLINTA* nimmt durch die Beschwerden in den Wechseljahren zu. Trotz der weitreichenden Auswirkungen bleibt das Thema – ähnlich wie Menstruationsbeschwerden – am Arbeitsplatz stark tabuisiert. Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2023 sprechen nur 47 % der Betroffenen offen darüber, obwohl 93 % von Beschwerden berichten. Mehr als die Hälfte der FLINTA* fühlt sich von Arbeitgeber*innen kaum unterstützt und ein Drittel denkt wegen der Beschwerden über berufliche Veränderungen nach.
Um den Umgang mit Wechseljahresbeschwerden in der Arbeitswelt zu verbessern braucht es dringend Aufklärung, Forschung und wirksame Maßnahmen. In Deutschland fehlt bislang eine umfassende Strategie, es mangelt an Wissen, Ressourcen und Unterstützung für betroffene FLINTA* im Arbeitsleben. Beispielsweise könnten durch Ruheräume oder die Integration des Themas in die Personaljahresgespräche Verbesserungen erzielt werden.
Unterstützer*innen
- Christoph Wapler (KV Berlin-Charlottenburg/Wilmersdorf)
- Catherina Pieroth-Manelli (KV Berlin-Tempelhof/Schöneberg)
- Jessica Burkhardt (KV Berlin-Tempelhof/Schöneberg)
- Helen Schmidt (KV Berlin-Tempelhof/Schöneberg)
- Mika Nyke Lou Aßhauer (KV Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg)
- Magdalena Michalka (KV Berlin-Kreisfrei)
- Grit Menzzer (KV Berlin-Tempelhof/Schöneberg)
- Marie-Lena Nelle (KV Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg)
- Betül Bayrak (KV Berlin-Neukölln)
- Susanne Olschewski (KV Berlin-Kreisfrei)