Auch hier stehen Religionsgemeinschaften im Vordergrund während die weltanschaulichen Überzeugungen in der ersten Zeile beim Schutz vor Diskriminierungen völlig unerwähnt bleiben. Sollen sie keinen gleichwertigen Schutz genießen?
Ebenso verhält es sich bei den Ausführungen zur Telefon- und Gefängnisseelsorge, bei der zwar mit dem Humanistischen Verband Deutschlands (HVD) eine Weltanschauungsorganisation in Berlin ebenfalls zu den Anbietern derartiger Leistungen gehört, Weltanschauungen aber verschwiegen werden.
Bei der Aussage zur Liberalisierung der gesetzlichen Vorgaben bedarf es keiner Ausführung, ob es sich um religiöse oder religionsfreie Menschen handelt. Diese Unterscheidung wirkt an dieser Stelle außerordentlich gekünstelt, geht es doch um generell um alle Menschen in Berlin, egal ob sie religiös oder religionsfrei sind. Richtig verstanden geht es, wie es sich seit vielen Jahren auch in der Realität zeigt - unter der Wirkung der Grundrechte - ausschließlich darum, den Vorstellungen der betroffenen Menschen (ggf. auch ihrer Angehörigen) für die Trauerfeier und Beisetzung gerecht zu werden.
Darauf kommt es auch maßgeblich im letzten Halbsatz an. Die gesonderte Erwähnung der Vorschriften von Religionsgemeinschaften ist hier in dieser Form überflüssig, denn selbstverständlich steht es
allen Menschen auch frei, sich für eine Beisetzung nach religiösen Vorschriften zu entscheiden. Es kommt aber bei einer freiheitlichen Ausgestaltung der Beisetzungsvorschriften immer nur auf die Vorstellungen der einzelnen Person an.
* Es ist bedauerlich, dass hier wieder einmal die diffamierende Bezeichnung "nicht religiöse ..." verwendet wird. Es scheint in Teilen der Partei kein Bewußtsein, dies trotz einer riesigen Mehrheit von Konfessionsfreien in Berlin, davon zu existieren, dass der Maßstab heutzutage nicht sein kann/darf, ob jemand religiös ist oder nicht, stellt doch "nicht religiöse" ebenso wie "religionslos" auf das Fehlen einer Kirchenmitgliedschaft oder religiösen Bindung ab. Dringlichst als Lektüre ist hierzu auch zu empfehlen: https://synonyme.woxikon.de/synonyme/religionslos.php Bei den Synonymen für "religionslos" handelt es fast ausschließlich um Begriffe, die religionsfreie Menschen verächtlich machen - ein Relikt vergangener Zeit mit religiöser Dominanz. Dass derartige Begriffe einer überwundenen Zeit in einer an den Menschenrechten orientierten Partei verwendet werden ist nicht nachvollziehbar. Es müsste eigentlich grünes Gemeingut sein, dass Konfessions- oder Religionsfreie Menschen sind, denen nichts fehlt.