Während die Zahl der gemeldeten queerfeindlichen Straftaten seit Jahren kontinuierlich steigt, liegen der Bundesregierung und den Ländern bis heute keine empirischen Daten über das tatsächliche Ausmaß an Gewalt gegen LSBTIQ* in Deutschland vor. Vereinzelte Studien und Schätzungen gehen davon aus, dass 90 – 97% aller queerfeindlichen Gewalttaten nicht angezeigt werden, oftmals aus Angst vor Diskriminierung, aus mangelndem Vertrauen in die Behörden oder auch aus Scham.
Eine Dunkelfeldstudie zu queerfeindlicher Gewalt ist notwendig, um diese Wissenslücke zu schließen. Die Innenministerkonferenz hat schon 2023 empfohlen, eine Schwerpunktstudie unter Berücksichtigung qualitativer und quantitativer Ansätze zum besseren Verständnis des Dunkelfelds queerfeindlicher Gewalt durchzuführen. Nur auf Basis eines ausgeleuchteten Dunkelfelds können geeignete Maßnahmen ergriffen werden, die eine zielgerichtete Prävention, Intervention und Nachsorge für die Betroffenen ermöglichen.