Viele Bürger*innen, insbesondere junge Menschen, äußern zunehmend politische
Verdrossenheit und fehlendes Vertrauen in die Gesellschaft und in politische Instanzen.
Folglich ziehen sie sich aus gesellschaftspolitischer Verantwortung zurück, bewegen sich aber
gleichzeitig in sozialen Medien ohne ausreichendes Hintergrundwissen, um zwischen
Fakenews und seriöser Berichterstattung unterscheiden zu können.
Aktuelle politische und gesellschaftsrelevante Ereignisse finden in Berliner
Bildungseinrichtungen viel zu wenig Raum, nicht selten auch aus Angst, evtl. gegen den
Beutelsbacher Konsens zu verstoßen. Die Heranwachsenden werden dadurch mit ihren
Eindrücken und Ängsten allein gelassen.
Unsere Bildungseinrichtungen versäumen damit ihre Pflicht (siehe §1 des Berliner
Schulgesetzes) und die einmalige Chance, Kinder und Jugendliche von Beginn an altersgerecht
und umfassend zu informieren, sie damit in (gesellschafts)politische Prozesse einzubinden und
vielleicht sogar zu ermutigen, selbst wirksam zu werden. Um Extremismus vorzubeugen, muss
z.B. das Wissen über den Nationalsozialismus wieder im Zentrum der Wissensvermittlung
stehen.
Jedes Kind sollte so früh wie möglich wissen und erfahren, welche Grundrechte unser
Grundgesetz garantieren soll, welches die internationalen Menschenrechte sind, welche
Möglichkeiten politischer Partizipation es gäbe…, um der Unsicherheit bei politischer
Meinungsfindung und -äußerung, der Ablehnung der Übernahme von (politischer)
Verantwortung und schließlich der Abwendung von der Gemeinschaft mit der Tendenz der
Einnahme extremer und demokratiefeindlicher Haltungen frühzeitig entgegenzuwirken.