Das Anne Frank Zentrum nimmt eine herausragende Rolle in der Berliner Erinnerungslandschaft ein. Es vermittelt die Geschichte des Nationalsozialismus und Antisemitismus auf eine biografische und altersgerechte Weise, die Kinder, Jugendliche und Familien niedrigschwellig erreicht. Mit seiner Dauerausstellung im Zentrum Berlins, seinen Wanderausstellungen und vielfältigen Bildungsangeboten ist es seit über 30 Jahren ein prägender Lern- und Erinnerungsort – anders als klassische NS-Gedenkstätten richtet es sich ausdrücklich an junge Menschen und Familien und erreicht zugleich viele nationale und internationale Besucher*innen.
Das Anne Frank Zentrum verknüpft die Erinnerungsarbeit mit der Arbeit gegen aktuellen Antisemitismus im Kontext anderer Diskriminierungsformen. Es entwickelt Angebote und Materialien im Bereich der historisch-politischen und antisemitismuskritischen Bildung zur Qualifizierung von Multiplikator*innen, pädagogischen Fachkräften wie auch Fachkräften anderer beruflicher Felder, u.a. im Bereich Verwaltung und im Strafvollzug. Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und wird in seiner Komplexität mit Blick auf seine unterschiedlichen Erscheinungsformen, Funktionen und Wirkungsweisen bearbeitet.
Angesichts seiner zentralen Funktion für historisch-politische Bildung und Antisemitismusprävention braucht das Zentrum eine verlässliche, institutionelle Förderung. Institutionelle Förderung schafft Planbarkeit, Professionalität und Vertrauen – sowohl für die Träger als auch für die Zielgruppen und die Zivilgesellschaft insgesamt. Dies sichert nicht nur die Kontinuität der Bildungsarbeit, sondern stärkt die zentrale Bedeutung als außerschulischer Lernort, der Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Stadt erreicht, sowie die Sichtbarkeit Berlins als Stadt mit einer lebendigen Erinnerungskultur.