In vergangenen Krisen haben zivilgesellschaftliche Akteure, wie Vereine, Kulturzentren und religiöse Gemeinschaften, immer wieder schnell und solidarisch für ihre Mitmenschen Hilfe geleistet. Es ist schwer vorstellbar, dass die Krisen und Katastrophen denen sich Berlin in den letzten Jahren gegenüber sah ohne das Engagement der Zivilgesellschaft im gleichem Maße hätten bewältigt werden können.
Zudem stellt die Zivilgesellschaft den Schlüssel zu einem guten Zugang zu den Menschen in den Kiezen der Stadt dar, da sie bereits in den verschiedenen Vierteln der Stadt verwurzelt sind und wissen welche spezifischen Bedürfnisse die Menschen in ihren Nachbarschaften haben.
Außerdem hat sich in Studien wiederholt gezeigt, dass zivilgesellschaftliches Engagement die Selbstwirksamkeit in Krisen und Katastrophen fördert und so dafür sorgt, dass Menschen mehr Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten Ausnahmesituationen zu bewältigen entwickeln und daher auch eher aktiv werden, um ihren Mitmenschen zu helfen. Zudem ist Nachbarschafts- und Selbsthilfe eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der staatliche Bevölkerungsschutz seine Kapazitäten auf die Bewältigung der gravierendsten Herausforderung in Krisen und Katastrophen konzentrieren und gezielt den Menschen mit den größten und drängendsten Unterstützungsbedarfen schnell helfen kann.
Damit zivilgesellschaftliche Akteure aber sowohl im Alltag die Menschen in ihren Kiezen bestmöglich dabei unterstützen können sich auf mögliche Krisen vorzubereiten, bspw. durch die Vermittlung von Wissen zum richtigen Verhalten in Krisen und Unterstützung beim Aufbau eigener Notfallreserven, und in akuten Krisen als Anlaufstellen für Hilfsbedarfe der Bevölkerung fungieren können, sind sie auch auf Unterstützung durch die Stadt angewiesen. Bspw. in Form von verlässlichen und gut erreichbaren Ansprechpartnern innerhalb der Verwaltung für den Krisenfall. Eine solche Vernetzung zwischen Verwaltung und Gesellschaft sollten wir aufbauen.