Um akute Krisen zu bewältigen, ist der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz zentral. Die mit diesen Aufgaben des betrauten Beamt*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen leisten vor allem in Krisen-/Großschadenslagen eine enorme Arbeit für die Gesellschaft. Gleichzeitig helfen Menschen in Krisen vielfach ehrenamtlich und es gibt zahlreiche Hilfsorganisationen. Um ihre Aufgaben
auch künftig erfüllen zu können, müssen diese Institutionen entsprechend
weiterentwickelt werden. Dies muss sowohl mit Blick auf die steigende
Intensität und Frequenz von Unwettern, möglichen Anschlagsszenarien als auch
auf die veränderten klimatischen Verhältnisse erfolgen.
Aktuell ist Berlin für die Großschadenslage oder den Katastrophenfall nicht ausreichend gewappnet. Der Katastrophenschutz ist in Berlin vom Senat defizitär organisert. Wir haben zu wenige Stellen in den Bezirken für den Katastrophenschutz, unzureichende Vernetzung zwischen den Katastrophenschutzbehörden, keine klaren Abläufe und Zuständigkeiten Anlaufstellen im Katastrophenfall sind nicht ansatzweise ausreichend ausgestattet. Zudem finden viel zu wenig Übungen statt, um Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf den Ernstfall vorzubereiten; die wenigen durchgeführten Übungen offenbaren gravierende Defizite - wie etwa bei dem simulierten Chemieunfall, zu dem keine Rettungskräfte kamen. Auch muss dringend die Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden und Bezirken verbessert werden, da Großschadenslagen nur gemeinsam gemeistert werden können. Dies wurde jüngst bei den beiden Anschlägen auf unser Stromnetz deutlich. Dabei muss vor Allem berücksichtigt werden, dass uns Krisen und Katastrophen deutlich härter treffen können als die jüngsten Anschläge auf die Stromversorgung und in vielfältiger Hinsicht ein Handlungsbedarf besteht.